Bilder vom Tage

Eigentlich wollte ich ein bisschen Vögel photographieren gehen am Hirschauer Baggersee. War wohl nichts. Im Gegensatz zum gestrigen Morgen ohne Kamera bot der heutige nur wenig tierisches Leben. Der See ist zu 2/3 gefroren und auch aussenrum war nicht besonders viel los. Deshalb hier ein paar Impressionen vom frostigen 15. Januar 2012.

Wochenende. Ferienende.

Wenn irgendjemand in unserer Umgebung auf Namenssuche für etwaige Kinder sein sollte: Wer wissen möchte wie er sein Kind unter keinen Umständen nennen will, begebe sich für eine Stunde in einen überfüllten schwedischen Möbelladen seiner Wahl und lausche den Durchsagen… “Der kleine Horst-Noël möchte aus dem Spieleparadies abgeholt werden.” in allen denkbaren und undenkbaren Varianten. Wollte ich mal loswerden. In aller Kürze.

Frohe Weihnacht!

Ich war einkaufen, Heute. Am 24. Dezember. Freiwillig. Nicht weil ich muste, nein die Vorratskammer ist gut gefüllt, die Feiertage können kommen. Allerdings keimte heute Morgen die Idee eines selbsgemachten Eis’ und gleichzeitig die Erkenntnis, dass manche Zutaten dafür knapp sein könnten.

Also flugs ins Auto gestiegen und zum nahegelegenen Supermarkt gefahren. Man hört ja viele Geschichten über die Last-Minute-Käufer, aber damit hatte ich nicht gerechnet. Schon beim Einbiegen auf den Supermarktparkplatz schneidet mich eine gehetzte Mittvierzigerin in ihrem 30PS-Polo mit schleifender Kupplung und heulendem Motor, als ob der Krieg um die letzten Parkplätze ausgebrochen wäre. Auch sonst komme ich mir auf dem Parkplatz eher wie auf einem Verkehrsübungsplatz für Anfänger ohne Regelkenntnis aber mit gesundem Selbstvertrauen vor. Kluge Entscheidung: Ich parke da hinten! Da wo sonst keiner hin will, bin ja noch gut zu Fuss.

Zusammenhanglos gewähltes Photo um den langen Text aufzulockern. Sommerschneemann im Bild, was besseres könnte man heute auch nicht bauen, 10 Grad und Nieselregen....

Zusammenhanglos gewähltes Photo um den langen Text aufzulockern. Sommerschneemann im Bild, was besseres könnte man heute auch nicht bauen, 10 Grad und Nieselregen....

Auf dem Weg zum Eingang passiere ich den Tannenbaumverkäufer. Die Bäume sind runtergesetzt und sehen auch so aus. Der Verkäufer setzt einen Baum um, leise rieselt die trockene Nadel. Wer jetzt noch zuschlägt ist verzweifelt und selber schuld. Rein in den Markt. Schon im Eingangsbereich eine Riesentraube, anstehen für den Kauf eines Lotto-Loses, wohl die Hoffnung ein paar der gerade ausgegebenen Euro wieder reinzubekommen. Ich schummel mich an der Traube vorbei und passiere die Elektronikabteilung. Vor einem Breitbildfernseher mit Pinocchiofilm steht unangenehm riechend eine verwirrte Frau mit wildem Haar und beschimpft das “hässliche Einhorn”. Ein paar Meter weiter umkreisen missgelaunte Ehemänner einen halbwegs ramponierten Pappaufsteller mit den (rungtergesetzten!) Resten der zu verkaufenden Weihnachtsdeko und scheinen sich Gedanken darum zu machen, was davon sie nun noch daheim vorzeigen könnten um den Baum aufzuhübschen.

Ich gehe weiter.

Vorbei an der Spirituosenabteilung (Sekt! Billig!) weiter in die Tiefen des Ladens.  Im Vorbeigehen schnappe ich zwei Päckchen Sahne, eine Milch, Eier und etwas Schokolade. Fertig ist der Einkauf. Für mich. Ich überhole langsam und mit staunendem Blick eine kräftig gebaute Dame mit exakt 17 Tiefkühlpizzen (Funghi. Alle.). Würde mich nicht wundern, wenn sie drei Gänge weiter noch 4 Packungen Toilettenpapier kaufen und dann beseelt heimfahren würde.

Im Hintergrund spielen sich Dramen um die letzte Packung Vanilleeis ab, ich höre Wortfetzen “ist aber ohne echte Vanille” “verdammt nochmal es gibt keine andere mehr” “Mama ich mag aber nur Vanille, kein Erdbeer”. Glücklich ist, wer sein Eis selber macht. Kasse. Zahlen, und raus, vorbei am traditionellen um Weihnachten aus allen Ecken hervorkommenden Zirkuspony (es ist weit und breit kein Zirkus in der Gegend) welches sich frierend die Füsse in den Bauch steht und den Tag über nichts zu essen bekommt, ignoranter Weg-Blick beim Passieren des Zeitungsdrückerkolonnenstandes und rein ins Auto.

Die Parkplatzsituation ist angespannter als vorher. Ich denke mir meinen Teil und kreise noch drei große Runden um und durch den Parplatz und grinse selig.